Das Projektlabor ist der Raum für frühe Konzepte, technische Experimente und kleine Prototypen. Hier darf ausprobiert, verworfen und neu begonnen werden.
Nicht jedes Experiment soll ein Produkt werden. Entscheidend ist, was daraus gelernt und nachvollziehbar dokumentiert werden kann.
Eine Beobachtung oder offene Frage wird in eine überprüfbare Hypothese übersetzt.
Mit begrenztem Aufwand entsteht ein Modell, ein technischer Versuch oder ein kleiner Demonstrator.
Ergebnisse, Unsicherheiten und Grenzen werden dokumentiert. Danach wird entschieden, ob ein Vorhaben weiterentwickelt, verändert oder beendet wird.
Informationen auf Eurobanknoten digital erfassen
EuroNoteScanner untersucht, wie eine fotografierte oder hochgeladene Eurobanknote automatisiert ausgewertet und dokumentiert werden kann. Der Webprototyp erkennt die Seriennummer mittels Texterkennung und führt darauf aufbauend regelbasierte Analysen durch.
Untersuchte Funktionen:
Aufnahme oder Upload einer Banknote
Erkennung der Seriennummer
Berechnung von Ziffern- und Quersummen
Analyse hinterlegter Buchstaben- und Ländercodes
Dokumentation mit Erfassungsdatum
Lokale beziehungsweise dateibasierte Speicherung
Reifegrad: Früher Webprototyp
Bekannte Grenze: Die dauerhafte Speicherung hochgeladener Bilder ist noch nicht abschließend gelöst. Eine produktive Bereitstellung ist nicht belegt.
Kreislauffähige Nutzung von IT und Elektronik
Infinite Use untersucht, wie Hardware, Komponenten und Materialien möglichst lange genutzt, weitergegeben, aufbereitet oder kontrolliert in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können.
Das Konzept verbindet Ökodesign und Sustainable IT mit digitaler Nachverfolgung, Wiederverwendung, Refurbishment und transparenter Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Untersuchte Bausteine:
Rücknahme- und Sammelsysteme für Elektronik
Wiederverwendung und Aufbereitung von Geräten
Rückgewinnung verwertbarer Komponenten und Rohstoffe
Digitales Tracking von Geräten und Materialströmen
Nachhaltigkeits- und ESG-Dashboard
Beratung zu Ökodesign und Sustainable IT
Reifegrad: Geschäftsmodell- und Systemkonzept
Bekannte Grenze: Die beschriebenen Bausteine sind konzeptionelle Entwürfe und noch kein implementiertes Gesamtsystem.
Unsichere Modellergebnisse kontrolliert untersuchen
Dieser Proof of Concept untersucht eine geschützte Verbindung aus klassischer Datenverarbeitung, Quantenmodellen und synthetischen biologischen Messdaten.
Ein „Epistemic Watcher“ vergleicht die Ergebnisse mehrerer Modelle und entscheidet, ob ein Ergebnis freigegeben, gestoppt oder zur menschlichen Prüfung zurückgestellt werden muss.
Mögliche Entscheidungen:
RELEASE: Modelle liefern ausreichend übereinstimmende Ergebnisse.
STOP: Das erkannte Risiko überschreitet definierte Grenzen.
ABSTAIN: Die Datenlage oder Modellübereinstimmung reicht für eine Entscheidung nicht aus.
Reifegrad: Ausführbarer Proof of Concept
Bekannte Grenzen: Ausschließlich synthetische Daten, keine reale biologische Erkenntnis und kein Nachweis eines Quantum Advantage.
KI-gestützte Analyse einer SAP-Sandbox
Der Demonstrator untersucht, wie ein sprachgesteuerter Assistent lesend auf eine SAP-S/4HANA-Sandbox zugreifen, Daten abrufen und fachliche Fragen strukturiert beantworten kann.
Er verbindet eine Kommandozeilenanwendung mit OData-Schnittstellen und einem über SAP AI Core bereitgestellten Sprachmodell.
Untersuchte Funktionen:
Übersetzung fachlicher Fragen in zulässige Datenabfragen
Lesender Zugriff auf ausgewählte SAP-OData-Schnittstellen
Strukturierte Zusammenfassung der Ergebnisse
Trennung von Benutzeranfrage, Werkzeugaufruf und Antwort
Dokumentation der verwendeten Agenten- und Providerlogik
Reifegrad: Technischer Lern- und Demonstrationsprototyp
Bekannte Grenzen: Read-only-Sandbox mit vorgegebenen Demonstrationsdaten aus dem Jahr 2016; keine produktive SAP-Integration.
Datenstrukturen verstehen, bevor Prozesse automatisiert werden
Die ERP- und Daten-Sandbox dient dazu, Datenmodelle, SQL-Abfragen, Dokumentstrukturen und Entscheidungslogiken in einer kontrollierten Umgebung zu untersuchen.
Im Mittelpunkt steht nicht nur, ob eine Abfrage technisch funktioniert, sondern auch, ob ihre fachliche Bedeutung nachvollziehbar bleibt.
Typische Artefakte:
Versionierte XLSX- und CSV-Dateien
Datenwörterbücher und Feldbeschreibungen
Kommentierte SQLite- und SQL-Abfragen
Prüfung von Schlüsseln und JOIN-Kardinalitäten
Kausaldiagramme und Entscheidungsmodelle
PCS-Matrizen und Entscheidungsmemos
Reifegrad: Fortlaufende Lern- und Experimentierumgebung
Besonderer Fokus: Verlorene Datensätze, Mehrfachzuordnungen und fachliche Annahmen werden ausdrücklich dokumentiert.
Arbeitsabläufe sichtbar und diskutierbar machen
In diesem Bereich entstehen einfache Oberflächenentwürfe für komplexe Arbeitsprozesse. Beispiele sind ein „Workshop Cockpit“ für Aufgaben und Entscheidungen sowie eine „Auditor Workbench“ für Dokumente, Risiken, Prüfungen und Freigaben.
Die Entwürfe dienen zunächst als Gesprächsgrundlage. Erst nach fachlicher Prüfung wird entschieden, ob daraus eine Anwendung entstehen soll.
Untersuchte Elemente:
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Dokumente und Herkunftsnachweise
Risiken und offene Fragen
Prüf- und Freigabeschritte
Entscheidungsverläufe
Übergabe in Backlogs und Umsetzungsvorhaben
Reifegrad: Low-Fidelity- und Workshop-Prototyping
Bekannte Grenze: KI-generierte ERP- und SAP-Inhalte gelten als Entwürfe und müssen fachlich validiert werden.
Ein Versuch wird erst dann in das reguläre Projektportfolio übernommen, wenn folgende Punkte ausreichend geklärt sind:
Das Problem und die Zielgruppe sind nachvollziehbar beschrieben.
Die zentrale Hypothese kann überprüft werden.
Mindestens ein sichtbares Artefakt oder ein reproduzierbarer Versuch liegt vor.
Quellen, Annahmen und bekannte Grenzen sind dokumentiert.
Datenschutz, Sicherheit und ethische Auswirkungen wurden betrachtet.
Ein konkreter nächster Entwicklungsschritt wurde festgelegt.
Ein negatives Ergebnis ist dabei kein Scheitern. Auch die begründete Entscheidung, ein Vorhaben nicht weiterzuverfolgen, ist ein verwertbares Ergebnis.
Ein überzeugender Demonstrator darf nicht als validiertes Produkt dargestellt werden.
Experimente werden so begrenzt, dass Ergebnisse nachvollzogen und wiederholt werden können.
Frühe Versuche sollen nach Möglichkeit ohne reale personenbezogene oder vertrauliche Geschäftsdaten auskommen.
Bei erhöhtem Risiko oder widersprüchlichen Ergebnissen wird keine automatische Freigabe erteilt.
Bekannte Fehler, ungelöste Fragen und verworfene Annahmen bleiben Bestandteil der Dokumentation.
Nicht weiterverfolgte Experimente werden nicht gelöscht. Sie werden mit ihrem letzten Reifegrad, den gewonnenen Erkenntnissen und dem Grund für die Unterbrechung dokumentiert.
Statuskennzeichnungen:
In Untersuchung
Prototyp vorhanden
Weiterentwicklung vorgesehen
Pausiert
In ein Hauptprojekt überführt
Nach Prüfung beendet
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